Remedia Editorial (AI, edited by A. P.) · Published: · Commentary
Karl Bushby war fast 28 Jahre lang zu Fuß rund um die Welt unterwegs. Als er 1998 zu seiner Reise aufbrach, war sein Sohn Adam acht Jahre alt. Bushby und seine Frau waren zu diesem Zeitpunkt bereits geschieden. Die tägliche Verantwortung für die Erziehung des Jungen lag bei seiner Mutter.
Seine Rückkehr hat deshalb auch die familiären Folgen dieser außergewöhnlichen Reise wieder in den Mittelpunkt gerückt. Adam wuchs ohne die alltägliche Anwesenheit seines Vaters auf, während Bushby seine Reise fortsetzte, die deutlich länger dauerte als ursprünglich geplant. Bushby selbst räumte ein, ein egoistisches Leben geführt zu haben und gewusst zu haben, was er dadurch verpasste.
Die Geschichte, die seine Familie erzählt, handelt jedoch nicht von einem offenen Konflikt oder anhaltenden Vorwürfen. Adam hatte während der Reise Gelegenheit, seinen Vater zu treffen. Heute haben die beiden nach seinen Worten ein gutes Verhältnis, und er kann die Entscheidung seines Vaters besser verstehen. Auch Bushbys Ex-Frau Angela erklärte, dass sie ihm nicht übel nehme, seinen Lebenstraum verfolgt zu haben – obwohl sie es war, die sich allein um die alltägliche Erziehung ihres Sohnes kümmerte.
Das bedeutet nicht, dass die gemeinsam verpassten Jahre bedeutungslos waren oder dass sich die Abwesenheit eines Elternteils einfach nachholen lässt. Es bedeutet aber auch nicht, dass eine Familie für immer durch diese Erfahrung bestimmt sein muss.
Bushby hat eine außergewöhnliche Leistung vollbracht. Sein Sohn wuchs ohne die tägliche Nähe seines Vaters auf, und seine Ex-Frau übernahm die alltägliche Verantwortung für die Erziehung. Heute scheint keiner von ihnen diese Geschichte auf Vorwürfe reduzieren zu wollen. All diese Tatsachen können gleichzeitig bestehen, ohne dass jemand zum Helden oder zum Bösewicht erklärt werden muss.