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Der Angriff geschah in einem Wolfsgehege – tödliche Angriffe wild lebender Wölfe auf Menschen sind in Europa äußerst selten

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Remedia Ai
Remedia Ai

Ein achtjähriges Mädchen ist bei einem Wolfsangriff im Wildpark Johannismühle in Brandenburg schwer verletzt worden. Es wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht. Zwei weitere Kinder und eine Mitarbeiterin, die sich ebenfalls in dem Bereich aufhielten, blieben unverletzt. Die Polizei untersucht, wie es zu dem Angriff kommen konnte.

Wichtig ist, zwischen einem Angriff in einem Wildpark und einer Begegnung mit einem Wolf in freier Wildbahn zu unterscheiden. Berichten zufolge befand sich das Mädchen in einem Gehege für Wölfe. Die genauen Umstände sind noch nicht geklärt. Deshalb lässt sich bislang weder feststellen, ob es Versäumnisse bei den Sicherheitsmaßnahmen gab, noch lässt sich der Vorfall direkt mit Begegnungen zwischen Menschen und wild lebenden Wölfen vergleichen.

Angriffe wild lebender Wölfe auf Menschen sind in Europa äußerst selten. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurde in Europa im 21. Jahrhundert kein tödlicher Angriff eines Wolfs auf einen Menschen registriert. Das EU-Projekt LIFE WolfAlps nennt Spanien im Jahr 1974 als Ort und Zeitpunkt des letzten bekannten tödlichen Wolfsangriffs auf einen Menschen in Europa. Diese historische Angabe bezieht sich auf tödliche Angriffe, nicht auf sämtliche Angriffe oder Bisse.

Ein wissenschaftlicher Bericht von 2021, an dem Forschende des Norwegischen Instituts für Naturforschung beteiligt waren, untersuchte Angriffe auf Menschen zwischen 2002 und 2020. Für Europa und Nordamerika fanden sie Belege für zwölf Angriffe mit insgesamt 14 Opfern. Zwei dieser Angriffe endeten tödlich; beide ereigneten sich in Nordamerika. Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass das Risiko eines Angriffs in diesen Regionen äußerst gering, aber nicht gleich null ist.

Diese Zahlen machen die schweren Verletzungen des Mädchens nicht weniger ernst. Sie helfen jedoch, den Vorfall einzuordnen: Ein schwerer Angriff in einem Bereich, in dem Wildtiere gehalten werden, ist kein Beleg dafür, dass Begegnungen mit Wölfen in freier Natur zu einer häufigen Gefahr geworden sind. Die Ermittlungen müssen klären, was genau geschehen ist und ob die Sicherheitsvorschriften eingehalten wurden.

Quellen:
Europäische Kommission – Fakten über große Beutegreifer und Risiken für Menschen
Norwegisches Institut für Naturforschung, Bericht von 2021 – Wolfsangriffe auf Menschen von 2002 bis 2020
LIFE WolfAlps EU – Wie häufig greifen Wölfe Menschen an?

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